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Quartiersmanagement Gorbitz
29.07.2011
Unser erster Weg an diesem verregneten Sommertag führte uns ins Quartiersmanagement Gorbitz (nachfolgend „QM“) zu Wolfgang Müller und Ulrich Krause. Ende 2005 wurde der Stadtteil Dresden-Gorbitz in das Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Die Soziale Stadt“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und den Ländern aufgenommen. Ziel des Programms ist es, die Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern. Im Sommer 2006 starteten Wolfgang Müller (Diplom-Sozialpädagoge) und Ulrich Krause (Diplom-Geograf) ihre Arbeit als Quartiersmanager in ihrem damaligen Büro im Gorbitz-Center, heute befindet sich das QM auf der Höhenpromenade.
Zu Beginn unseres Besuches wurden wir von den beiden Herren durch die Ausstellung „Leben in der Landschaft – 30 Jahre Neubaugebiet Gorbitz“ geführt. Wir haben uns einen kleinen Eindruck verschaffen können über die Entstehung und das Leben in der Platte.
Im Jahr 2002 hat die EWG Dresden im Rahmen des Pilotprojekts „Kräutersiedlung“ mit den Rück- und Umbaumaßnahmen in Dresden-Gorbitz begonnen. Das Projekt ist auch heute noch ein Musterbeispiel für die moderne Stadtumgestaltung und wurde mehrfach hinsichtlich seiner städtebaulichen und architektonischen Qualität prämiert, auch international. In der Kräutersiedlung wurde neben dem Umbau der Plattenbauten durch Abriss auch attraktives Bauland geschaffen, nur bisher ohne neue Bauherren. „Es ist an der Zeit, dass der Stadtrat die entsprechenden Weichen für die Realisierung der Neubebauung stellt. Immerhin ist dieses Gebiet ausgezeichnet erschlossen, alle entsprechenden Anschlüsse sind immer noch vorhanden und müssen auch weiterhin von der Stadt unterhalten werden“, so Lars Rohwer. Auch die Herren Müller und Kraus sehen in der Kräutersiedlung die Möglichkeit für eine städtebauliche Entwicklung von Gorbitz.
In dem Gespräch mit den beiden Quartiersmanagern wurde deutlich, dass die Entwicklung innerhalb von Gorbitz sehr unterschiedlich voranschreitet. Gorbitz hat sich in den letzten Jahren verändert, Gebäude wurden saniert, die Verdichtung wurde mittels Rückbau aufgelockert und es sind neue Grün- und Freiflächen entstanden, wie bspw. der Quartierspark Stadtblick oder auch der Naturpark Hetzdorfer Straße. Natürlich gibt es auch soziale Brennpunkte, dies betrifft vor allem die Wohnblöcke, in denen die Konzentration von sozial schwachen Mietern besonders hoch ist. Auch das Thema des Trinkens im öffentlichen Raum wurde im Gespräch angesprochen.
Problematisch und da sind sich die Gesprächspartner einig, ist das Image von Gorbitz. Herr Krause und Herr Müller ärgern sich immer noch über die letzte kommunale Bürgerbefragung 2011. „In der Wahrnehmung der Bürger wird der Stadtteil als unsicher empfunden, obwohl dies überhaupt nicht durch die Kriminalstatistik belegt wird“, so Herr Kraus. Lars Rohwer fordert: „Wir brauchen einen neuen Impuls für Gorbitz, um dessen Image in der Öffentlichkeit zu verbessern." An dieser Stelle wurde darauffolgend die Frage erörtert woher dieser Impuls erfolgen kann. Dem QM ist klar, dass Investitionen in Gorbitz nicht aus dem Wohnungsbau oder der Wirtschaft kommen, sondern nur aus öffentlicher Hand erfolgen können und so sieht es auch Lars Rohwer. Eine Möglichkeit sieht Herr Rohwer im Umzug des Berufsschulzentrums für Wirtschaft aus der Neustadt nach Gorbitz. Aus seiner Sicht hat dies mehrere Vorteile, zum Einen könnte das derzeitig durch das BEZ für Wirtschaft genutzte Gebäude in der Neustadt durch die dringend in der Neustadt erforderliche Mittelschule weiter genutzt werden und zum Andern bietet das ehemalige Gelände des Johann-Andreas-Schubert Gymnasiums in Dresden Gorbitz genügend Platz für den Bau eines modernen und gut erreichbaren Berufschulzentrums in Dresden. "Die Investitionen würden dem Stadtteil Gorbitz als auch der Stadt zugute kommen", so Lars Rohwer.
Fazit: Gorbitz ist mehr als nur Platte und eindeutig besser als sein Ruf! Daher meine Aufforderung an alle Dresdner: Fahren Sie nach Gorbitz und überzeugen Sie sich mit ihren eigenen Augen davon.
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