An diesem Morgen führte unser Weg nach Dresden-Löbtau zur Theater-Kita FunkeldunkelLichtgedicht, benannt nach dem gleichnamigen Theaterstück des Theaters Junge Generation (TJG). Begrüßt wurden wir durch die Leiterin der Einrichtung Petra Franke und der Vertreterin des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen Frau Eichler.
Im Mai dieses Jahres wurde die Theater-Kita im ehemaligen Gebäude des Volksbades Löbtau eröffnet. Bis 1994 war das Löbtauer Volksbad als Wannen- und Reinigungsbad in Betrieb und damit das letzte seiner Art in Dresden. Nach der Schließung wurde das Gebäude eigentlich zum Abriss freigegeben. Eine Bürgerinitiative setzte sich für den Erhalt des Bades ein und erreichte, dass es 2003 unter Denkmalschutz gestellt wurde.
Lange war die Frage nach der Nutzung des Gebäudes ungeklärt, erst das Projekt Theater-Kindertageseinrichtung stellte die Weichen für den Umbau und die Erweiterung des verfallenen Bades. Die Bauarbeiten begannen im Oktober 2009 und wurden im Frühjahr 2011 beendet. Heute erstrahlen das Gebäude samt Anbau und der Außenbereich in neuem Glanz.
Was diese Kindertagesstätte von anderen unterscheidet ist ihr pädagogisches Konzept. Die Theater-Kita FunkeldunkelLichtgedicht ist die einzige Kindertagesstätte dieser Art in Dresden. In Kooperation mit dem TJG erleben die Kinder Theater hautnah. Wer jetzt daran denkt, dass die Kinder Theaterstücke auswendig lernen und dann aufführen, liegt falsch. Vielmehr geht es darum die Fantasie und Kreativität der Kinder zu stimulieren. Sie werden dazu ermutigt selber zu gestalten, Ideen zu entwickeln und auch umzusetzen. „Das Theater soll in den Alltag der Kinder integriert werden“, so Leiterin Petra Franke.
Um diesem Anspruch gerecht zu werden, kommt regelmäßig ein Team des TJG in die Kita, um mit den Kindern zu arbeiten. Umgekehrt besuchen auch schon die Kleinsten regelmäßig Theateraufführungen im TJG. Es hat sich gezeigt, dass auch schon 2-Jährige 45 Minuten still sitzen können und dabei die Stücke gespannt verfolgen. Auch Lars Rohwer kann dies aus eigener Erfahrung bestätigen und empfiehlt allen Eltern dies einmal zu probieren. Er ist überzeugt, manche Eltern werden von ihren Kindern überrascht sein. „Man kann richtig sehen, wie es in den Köpfen der Kinder arbeitet“, so Lars Rohwer.
Das pädagogische Konzept wurde auch baulich in der Kita und im Außenbereich konsequent umgesetzt. So können die Kinder ein umfangreiches Angebot nutzen, als Beispiele seien nur der Theaterraum, der Tanz- und Bewegungsraum, das Kreativzimmer, das Rollenspielzimmer, das Bauzimmer und das Naturzimmer genannt. Darüber hinaus gibt es im Außenbereich zum spielen und toben eine Piratenburg, eine Sand- und Matchanlage, eine Rollerbahn und ein Piratenschiff für die Kleinsten.
Die Leiterin Petra Franke ist sehr zufrieden mit den neuen Räumlichkeiten: „Wir fühlen uns hier richtig wohl.“ Zufrieden ist sie auch mit dem Engagement der Eltern. Neben den bereits bestehenden Arbeitsgruppen, haben die Eltern eigene Arbeitsgruppen ins Leben gerufen, wie bspw. die AG Schach oder die AG Holzarbeiten. Das Konzept wird von den Eltern sehr gut angenommen, das belegt auch die Auslastung der Kita, ab September ist sie mit 151 Kindern voll besetzt.
Lars Rohwer ist von dem Konzept der Theater-Kita begeistert: „Kultur braucht Erben. Wir müssen bereits bei Kindern für das kulturelle Ereignis werben, damit die Erben von morgen nachwachsen können.“
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