Lars Rohwer zu Besuch beim DKSB Landesverband Sachsen e.V.

cdu_saechs_union_logo

 

english
french
russisch
polnisch

 

 

 

 

 


 

DKSB Landesverband Sachsen e.V.

15. August 2011

Unser heutiger Weg führte uns nach Dresden-Cotta in die Geschäftsstelle des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Sachsen e.V. (kurz DKSB LV Sachsen). Als Gesprächspartner standen uns die Vorstandsvorsitzende Dr. Gisela Ulrich und der Geschäftsführer des DKSB Landesverband Sachsen Olaf Boye zur Verfügung.

Bereits 1990 hat sich der DKSB LV Sachsen e.V. in Dresden gegründet und setzt sich seither für die Rechte von Kindern und Jugendlichen ein, um ein „gelingendes Aufwachsen zu gewährleisten“, so Frau Dr. Ulrich. Als Grundlage seines Handelns dient dem DKSB neben dem Kinder- und Jugendhilfegesetz und weiteren Jugendhilferechtsvorschriften vor allem die UN-Konvention über die Rechte des Kindes und die 2009 in Deutschland in Kraft getretene UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK).

Ein wichtiger Punkt, auf den Frau Dr. Ulrich zu Beginn des Gespräches verwies, war in diesem Zusammenhang das Thema Inklusion. Mit Inklusion ist eine Gesellschaft, in der alle Menschen mit oder ohne Behinderung gleichberechtigt miteinander Leben, gemeint. In der politischen Diskussion bezieht sich dieser Punkt insbesondere auf die Schaffung eines inklusiven Schulsystems. Mit dem Inkrafttreten der UN-BRK im Jahre 2009, wurden die Bundesländer aufgefordert ihre Gesetzgebung anzupassen und wirksame Maßnahmen zur Umsetzung der UN-BRK einzuleiten. Im Mittelpunkt der derzeitigen Diskussion steht der Art. 24 UN-BRK, welcher das Recht auf eine inklusive Bildung beinhaltet, d.h. behinderte und nichtbehinderte Kinder haben ein Recht darauf, gemeinsam zu lernen.

Im Freistaat Sachsen hat sich beim Thema Inklusion etwas bewegt. Der DKSB LV Sachsen hat die Diskussion in der Presse diesbezüglich erfreut zur Kenntnis genommen. Auch die Abgeordneten des Sächsischen Landtages haben sich des Themas angenommen und einen überparteilichen Antrag zur Inklusion verfasst. „Wir sind uns der Wichtigkeit der Thematik bewusst, daher habe ich den Antrag letzte Woche auch sehr gerne unterschrieben“, sagte Lars Rohwer und führte weiter aus: „Ich glaube nicht an die generelle Abschaffung der Förderschulen.“ Auch Frau Dr. Ulrich ist sich bewusst, dass es hinsichtlich eines inklusiven Schulsystems im Freistaat noch viel Arbeit bedarf. Nicht nur mit Blick auf den drohenden Lehrermangel sieht sie einen Handlungsbedarf seitens der Politik, sondern es muss auch Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit bei den Eltern selbst geleistet werden. Hierbei sind sich Herr Rohwer und der DKSB LV Sachsen einig.

Ein weiterer Gesprächspunkt drehte sich um das angespannte Verhältnis zwischen der Staatsregierung und den überörtlichen freien Trägern der Jugendhilfe. Insbesondere die überproportionalen Kürzungen im Bereich Kinder- und Jugendhilfe im letzten Jahr und die Art und Weise, wie sie vollzogen wurden, haben bei allen Verbänden für Unmut gesorgt. „Mit Blick auf die Einnahmenentwicklung des Freistaats Sachsen nach Auslaufen des Solidarpaktes steht grundsätzlich außer Frage, dass Vorsorge für die Zukunft getroffen werden muss“, so Lars Rohwer. „Sparen alleine ist kein politisches Konzept“, so Frau Dr. Ulrich, „wir müssen eine inhaltliche Diskussion führen, wohin Jungendpolitik überhaupt gehen soll.“ Auch Lars Rohwer stellte die Überlegung an, wie man mit Blick auf das Auslaufen der Solidarpaktmittel zu einem vernünftigen Arbeiten kommen kann und fragte: „Was sind Dinge, die bis 2019 gehalten werden können bzw. gehalten werden müssen?“

Unstrittig ist, dass in der Kinder- und Jugendhilfe neben der Arbeit der öffentlichen Träger auch freie Träge notwendig sind. Vielmehr geht es darum, einen Weg zu finden, bestehende Synergieeffekte besser zu nutzen und die Inhalte und Erfordernisse der Kinder- und Jugendhilfe in den Vordergrund zu rücken. Um das Verhältnis zwischen Politik, Verwaltung und freien Trägern zu verbessern, wünschen sich Frau Dr. Ulrich und Herr Boye ein klares Signal aus Richtung der Politik, insbesondere mit Blick auf die derzeitige Schlechterstellung freier Träger gegenüber öffentlichen Trägern.

„Ich habe den Kinderschutzbund immer als einen kompetenten Ansprechpartner empfunden. Meines Erachtens stellt der DKSB einen echten Mehrwert für die Kinder- und Jugendhilfe dar“, so Lars Rohwer.

In dem zweistündigen Gespräch wurden auch Themen wie Kindergrundsicherung, Ehrenamt und Fachkräftemangel angesprochen. Weiter Informationen zum Deutschen Kinderschutzbund Landesverband Sachsen e.V. und deren Projekte finden sie unter http://www.kinderschutzbund-sachsen.de.