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Analphabetismus vs. PISA - ein Zielkonflikt der deutschen Gegenwartsgesellschaft?
Über 13 Millionen Ergebnisse bei dem Stichwort PISA und nur 193.000 Ergebnisse bei dem Stichwort Analphabetismus. Google vermittelt einem schnell, welche Bedeutung Themen besitzen.
Wir müssen unser Bildungssystem verbessern und an der Zukunft ausrichten. Daher ist es auch richtig, dass PISA in der Öffentlichkeit eine solche Rolle spielt. Die regelmäßige Evaluierung unseres Bildungssystems ist eine einzigartige Möglichkeit, den Erfolg von Politik objektiv zu messen und dementsprechend korrigierend eingreifen zu können.
Die Frage besteht jedoch, ob wir gegenüber der Thematik PISA das Thema Grundbildung in letzter Zeit zu wenig beachtet haben? Ganz nüchtern betrachtet, JA! PISA war in aller Munde und wird es bleiben. Jeder spricht von Globalisierung, der Bedeutung lebenslangen Lernens, von der Wissensgesellschaft und der Verdoppelung des Wissens.
Trotz aller Projekte auf Bundesebene und in zahlreichen Bundesländern zur Alphabetisierung, der Eindruck bleibt: Dem Thema wird nicht die Bedeutung beigemessen, die es eigentlich haben sollte.
Analphabetismus war lange Zeit ein Tabuthema in Deutschland. Ein Problem, dass man mit der Dritten Welt, vielleicht auch noch mit Teilen der USA in Verbindung gebracht hatte. Zu lange war man davon überzeugt, dass im Land der Dichter und Denker jeder in gleichen Teilen von einem „fantastischen" Bildungssystem profitiert.
Das hat sich in den vergangenen Jahren aufgrund der unermüdlichen Arbeit vieler Nichtregierungsorganisationen (NGO's) geändert. Das Tabu ist gefallen: Fehlende Grundbildung ist ein Thema in Deutschland. Dennoch gilt es, die Forschung über die Grundbildung und den Analphabetismus zu forcieren, denn wir wissen immer noch viel zu wenig über das Phänomen des Analphabetismus und wie man ihm am wirksamsten begegnen kann. Zudem bedarf es einer Sensibilisierung dieser Thematik im Rahmen der Politik. Die Politik und allen voran die Abgeordneten des Bundestages und der Landtagsparlamente müssen darauf aufmerksam gemacht werden, wie wichtig die Bekämpfung des Analphabetismus ist und dass nicht allein die Bildungsexpansion im Vordergrund stehen kann.
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