Die Globalisierung - Bedrohung oder Chance?
Globalisierung gehört für die Mehrheit der Deutschen vermutlich zu einem der Unwörtern des letzten Jahrzehnts. Dennoch ist die Assoziation von Globalisierung mit Arbeitslosigkeit, Fachkräftemangel und dem Aufstieg Chinas und Indiens nur eine Seite der Medaille. Globalisierung birgt nicht nur Gefahren in sich, sie ist auch eine Chance.
Die Globalisierung hat in den letzten Jahren eine immer stärkere Eigendynamik entwickelt. Ihre politische Steuerbarkeit und Regulierung ist demnach eingeschränkt. Aber gerade aufgrund dieser enormen Eigendynamik hat die Politik die Verantwortung, sich dem zu stellen und die mit ihr verbundenen Risiken offen anzusprechen.
Die Fragen, denen sich die Politik stellen muss, lauten: Bringt die Globalisierung für jeden einzelnen und für alle zugleich Vorteile? Und welche Folgen ergeben sich aus dieser Antwort: Wie gehen wir damit um? Die Folgen der Globalisierung werden auch in Sachsen immer deutlicher sichtbar. Während multinationale Unternehmen wie der Chiphersteller AMD Hand in Hand mit dem sächsischen Mittelstand zusammenarbeiten und händeringend nach sächsischen Ingenieuren suchen, ist der Anteil der Arbeitslosigkeit hier nach wie vor zu hoch.
Eine Kritik gegenüber der Globalisierung lautet, dass sie sich auf Märkte und Geschäftsbeziehungen konzentriere, während die Globalisierung von Menschenrechten, Arbeitnehmerrechten, ökologischen Standards oder Demokratie kaum voranschreite. Internationalen Organisationen wie der Welthandelsorganisation, dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank werden immer wieder mangelnde demokratische Legitimation und fehlende Transparenz vorgeworfen.
Der postulierte Zusammenhang zwischen der Globalisierung und einer wachsenden Einkommensungleichheit bedarf jedoch einer kritischeren Sicht. In Abhängigkeit vom jeweiligen Messinstrument fallen die Resultate hinsichtlich dieser These nämlich sehr verschieden aus. So gehen einige Befunde sogar davon aus, dass die Globalisierung eine Annäherung in der Einkommensungleichheit zur Folge hat.
Die Globalisierung bietet uns zugleich Chancen. Vor allem aus ökonomischer Perspektive wird die Globalisierung häufig begrüßt. Es wird erwartet, dass durch mehr Handel und eine verstärkte Arbeitsteilung Armut bekämpft werden kann.
Durch die Globalisierung eröffnen sich für Deutschland und insbesondere Sachsen neue Absatzmärkte, vor allem im asiatischen Raum. Der Aufenthalt von Georg Milbradt im Oktober 2007 in Japan ist ein vortreffliches Beispiel einer globalisierten Welt. Der Ministerpräsident macht dort zusammen mit Delegierten von Wirtschaftsverbänden für die sächsischen Produkte Werbung und hofft, in Japan neue Absatzmärkte erschließen und die Wirtschaft des Freistaates stärken zu können.
Dennoch muss die Politik weiter daran arbeiten, die Rahmenbedingungen in dem Maße zu verbessern, dass sich Sachsen, aber auch der Standort Deutschland, in erster Linie zu den Gewinnern der Globalisierung zählen können.
Die Globalisierung birgt eine Menge von Chancen, die es gegenüber den Gefahren sorgfältig abzuwägen gilt. Vor dieser Aufgabe darf sich die Politik nicht verstecken.
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