"Junge Ansichten im Landtag"

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Freitag, 11. Juni 2010 um 11:00 Uhr

 

lars rohwer"Junge Ansichten im Landtag"

Lars Rohwer hält die Begrüßungsrede zur feierlichen Preisverleihung des 19. Schülerwettbewerbes des Sächsischen Landtages.

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident,

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrerinnen und Lehrer,

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich begrüße Sie recht herzlich zur Preisverleihung des 19. Schülerwettbewerbes des Sächsischen Landtages.

Mein herzliches Willkommen gilt vor allem den vielen Jugendlichen, die an diesem Vormittag die Prämierung der kreativsten und fantasievollsten Arbeiten ihres Wettbewerbs miterleben wollen.

Ich freue mich sehr darüber, dass am Ende dieses Wettbewerbs 1.452 Teilnehmer stehen, welche in schriftlichen Arbeiten, Plakaten, Plastiken, Spielen, Filmen, Audio Reportagen, Hörspielen, Liedern, Power Points und sonstigen Medien Stellung zu gesellschaftlichen Themen genommen haben.

Es ist außerordentlich lobenswert und ausgesprochen fleißig, dass sich Schülerinnen und Schüler oftmals in Ihrer Freizeit hinsetzten und sich mit unserer Gesellschaft auseinandersetzten. Gleichfalls möchte ich in diesem Zuge auch die 105 betreuenden Lehrer loben, welche mit Rat und Tat den Schülerinnen und Schülern zur Seite standen.

Unter den insgesamt circa 750 Arbeiten beantwortetet Ihr, liebe Schülerinnen und Schüler, zwei Themen mit einem gewissen Abstand zu den anderen Themen am häufigsten. Dies ist zum einen die Problematik „Kinderarmut in Deutschland - jammern auf hohem Niveau oder doch bedrückende Realität? Wann ist man eigentlich arm?" und zum anderen das Thema: „Was ist geschehen, wenn ein Jugendlicher Amok läuft? Was können Eltern, Mitschüler und Lehrer tun? Gibt es Schutz?"

Diese beiden am häufigsten gewählten Themen regen in mir ein wenig Angst, aber zugleich auch Hoffnung.

Auf der einen Seite beängstigt es mich, dass viele Kinder und Jugendliche sich mit diesen traurigen bzw. unschönen Themen auseinandersetzen müssen, weil ein Amoklauf an Schulen nicht mehr nur ein Einzelfall ist und Kinderarmut zunimmt.

Auf der anderen Seite sagt ein Sprichwort so schön: „Die Hoffnung stirbt zuletzt!" und ich bin darüber begeistert, dass heute so viele Hoffnungsträger anwesend sind.

Es gibt nichts schöneres, als heranwachsende Bürger in der Gesellschaft zu wissen - und damit meine ich Euch, liebe Schülerinnen und Schüler - , die sich aktiv mit Ihrer Umwelt auseinandersetzen!

Ihr habt mit Euren hier vorliegenden Arbeiten bewiesen, dass es nicht nur politikverdrossene Menschen/ Jugendliche in Sachsen bzw. in Deutschland gibt. Ihr habt mit diesen Arbeiten gesellschaftliche Themen aus der jungen Perspektive aufgezeigt und Ihr werdet höchstwahrscheinlich auch den einen oder anderen mit diesen Arbeiten wach rütteln.

Viele von Euch denken jetzt vielleicht insgeheim: „Ach lass den dort vorne doch reden, es interessiert doch sowieso keinen was mit unseren Arbeiten geschieht." - In dieser Hinsicht muss ich euch leider enttäuschen. Es wird sehr viele geben, die Eure Arbeiten interessieren, wenn Sie vier lange Wochen hier im Sächsischen Landtag der breiten Öffentlichkeit ausgestellt sind.

Tagtäglich streifen Besucher aus der ganzen Bundesrepublik durch diese Ausstellung und auch viele Abgeordnete werden diese Werke genauer unter die Lupe nehmen.

Ich meine, diese Aufmerksamkeit haben eure Arbeiten in jedem Fall verdient und ich bin sicher, dass sie den einen oder anderen zum Grübeln bringen.

Genau dieses Anstoßen von gesellschaftlichen Themen aus kindlicher-/ jugendlicher Perspektive war die Intention des ehemaligen Landtagspräsidenten Erich Iltgen.

Wie wichtig uns eure Gedanken und Anregungen sind, zeigt sich zum einen darin, dass dieser Wettbewerb bereits zum 19. Mal nach der Wiedervereinigung stattfindet und zum anderen darin, dass es auch der neue Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler für überaus wichtig hielt, an diesem Ereignis festzuhalten.

Als Vorsitzender des Kuratoriums der Landeszentrale für Politische Bildung, ist für mich das Bemühen politische und gesellschaftliche Zusammenhange mittels schulischer Erziehung in das politische Alltagswissen hineinzutragen von entscheidender Bedeutung. Ihr seid der beste Beweis dafür, politisches Alltagsdenken so zu prägen, dass immer mehr Menschen in der Lage sind, ihre Rolle als Bürger einer freiheitlichen demokratischen politischen Ordnung kritisch und teilnehmend auszufüllen.

Auch an dieser Stelle herzlichen Dank für Euer Engagement und Euren Fleiß! Klasse!

Ich will Euch alle nicht viel länger auf die Folter spannen und gratuliere allen Preisträgern recht herzlich, aber auch all den Anderen, die vielleicht diesmal keinen Preis erhalten haben, gratuliere ich zu ihren wirklich gelungenen Arbeiten!

Die Preisträgerreise geht in diesem Jahr nach Hamburg und Kiel. Die Gewinner werden dort mit großer Sicherheit viele schöne Dinge sehen, spannende Führungen hören und hoffentlich viele neue Eindrücke in unser geliebtes Bundesland mitbringen, welche ihr dann im kommenden Schülerwettbewerb fleißig einbringen könnt.

In der Hoffnung viele von Euch, mit ebenso vielen kreativen Arbeiten, zum 20. Jubiläum des Schülerwettbewerbs wieder begrüßen zu dürfen, bedanke ich mich für eure Aufmerksamkeit! Und nun viel Spaß bei der weiteren Preisverleihung.

Vielen Dank.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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