Im Freistaat Sachsen sehe ich großen Redebedarf
Mit der bundesweit niedrigsten Impfquote haben wir gleichzeitig erschreckend hohe Inzidenzen sowie eine eklatante Überlastung der medizinischen Versorgung in Sachsen zu verzeichnen. Inzwischen werden täglich Patienten in andere Bundesländer ausgeflogen. Da hilft kein Schönreden. Die Situation ist hochgradig angespannt. Und nun kommt die Omikron-Variante hinzu.
Persönlich sehe ich die Notwendigkeit der Steigerung der Impfquote, stehe einer Impfpflicht jedoch skeptisch gegenüber.
Eine Impfpflicht ist nicht mit einem Impfzwang gleichzusetzen. Auch eine Gurtpflicht beim Autofahren ist kein Gurtzwang. Die Konsequenzen in Form von Bußgeldern oder einem erhöhten Risiko bei einem Unfall zu schaden zu kommen, muss der Betroffene jedoch selbst tragen. Eine Impfpflicht bedeutet jedoch, dass wir an vielen Stellen des Lebens unseren Impfstatus vorweisen müssten. Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, müssten sich immer wieder erklären. Wir drängen diese Menschen damit in die Öffentlichkeit und ich habe Sorge, dass die persönliche Gesundheit keine Privatsache mehr ist, man muss sich öffentlich erklären. Politik muss dafür Sorge tragen, die Gesellschaft zusammenzuhalten.
Ich möchte ganz deutlich sein: Ich habe Vertrauen in die Wissenschaft, die uns sagt, dass die Impfung weitgehend ungefährlich ist und jedenfalls deutlich ungefährlicher als eine Corona-Infektion und auch deutlich ungefährlicher als Long-COVID-Erkrankung. Ich habe Vertrauen in die staatlichen Behörden, wie bspw. das Robert-Koch-Institut, die Statistiken über belegte Betten und Hospitalisierungsraten führen. Ich vertraue der Impfung und darauf, dass sie uns aus der Pandemie führen kann.