Besuch aus dem Epilepsiezentrum Kleinwachau in Berlin
Am Mittwoch, den 18. Oktober, hat mich eine Gruppe von Klientinnen und Klienten des Epilepsiezentrum Kleinwachau aus Radeberg besucht.
Am Mittwoch, den 18. Oktober, hat mich eine Gruppe von Klientinnen und Klienten des Epilepsiezentrum Kleinwachau aus Radeberg besucht.
Bevor die Besuchergruppe mich zum Gespräch traf, nahm sie im Plenarsaal des Deutschen Bundestages an einem Informationsvortrag gemeinsam mit etwa 300 Schülerinnen und Schülern aus der ganzen Republik über die Arbeitsweise des Parlamentes teil. An der anschließenden Fragestunde konnten sich die Kleinwachauer rege beteiligen; auch weil der Moderator und die etwa 14- bis 15jährigen Schülerinnen und Schüler geduldig warteten, bis jede Frage ausformuliert war. Eine echte inklusive Erfahrung für alle.
In meiner Fraktion bin ich Berichterstatter zum Thema Inklusive Bildung und so hatte ich mit der Gruppe genügend Gesprächsthemen. Ich wollte aus erster Hand erfahren, wo Menschen mit einer Beeinträchtigung Handlungsbedarf sehen. In dem einstündigen Gedanken- und Erfahrungsaustausch wurde sehr offen und auch kontrovers diskutiert. So bemängelte zum Beispiel David Hohn, 26, der in einer Außenwohngruppe des Epilepsiezentrums lebt, dass „für Behinderte zu wenig Geld ausgegeben wird.“
Der Bund hat das Thema Inklusion zu lange Zeit allein auf die Länder abgeschoben!
Natürlich liegt dort im Sinne der föderalen Aufgabenteilung auch die Hauptverantwortung. Es ist aber gut, dass die CDU/CSU-Bundestagsfraktion jetzt signalisiert, über diese Aufgabe, die ja die ganze Gesellschaft etwas angeht, sollte auch in Berlin debattiert werden. Weder eine digitalisierte inklusive Bildung, Barrierefreiheit in Schulgebäuden noch die nicht vorhandenen Mindeststandards in den Ländern erhalten aktuell vom Bund die notwendige Aufmerksamkeit.
Tilo Schmieder, der die Gruppe als Begleiter betreute, bestätigte meinen Eindruck:
Ich war überrascht, dass die Klientinnen und Klienten sofort mit dem Politiker ins Gespräch kamen. Es gab von beiden Seiten keine Scheu.
Ich bin sehr dankbar für den intensiven Austausch, der mit dieser besonderen Besuchergruppe möglich war. Aus den mir anvertrauten Erfahrungen ziehe ich noch einmal Motivation, das Thema Inklusion und besonders inklusive Bildung im Bundestag voranzubringen.
Passend dazu war ich Anfang dieser Woche in Lloyd’s Café & Bar in der Dresdner Neustadt zum Gespräch. Dort wird das Konzept „besondere Gastgeber“ verfolgt. Im Team arbeiten gelernte Fachkräfte aus dem Hotel- und Restaurantbereich gemeinsam mit Kollegen aus den „Weißiger Werkstätten“ zusammen. Eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Denn dieser Umstand verschafft dem Lloyd‘s eine komfortable Lage. Denn während in der Gastronomie überall händeringend nach Personal gesucht wird und Öffnungszeiten reduziert werden, kann das Lloyds‘ von 9 bis 0 Uhr öffnen. Es ist toll zu sehen, dass hier inklusive Arbeitsplätze selbstverständlich sind und den Angestellten gleichzeitig eigenständige Erwerbsarbeit und die benötigte Sicherheit geboten werden können.