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Sächsischer Bibliothekspreis 2025 geht an die Universitätsbibliothek Freiberg

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Der Sächsische Bibliothekspreis 2025 geht an die Universitätsbibliothek "Georgius Agricola" der TU Bergakademie Freiberg

Aus einem Kreis herausragender Bewerberinnen überzeugte die Universitätsbibliothek Freiberg mit einem zukunftsweisenden Projekt, das die Verwendung von Künstlicher Intelligenz im Bibliothekswesen auf ein neues Niveau hebt.

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Stadtbibliothek Schneeberg erhält lobende Erwähnung

Seit diesem Jahr wurde der Sächsische Bibliothekspreis um die "Lobende Erwähnung" ergänzt.

Die Stadtbibliothek Schneeberg hat trotz begrenzter finanzieller und personeller Ressourcen ein kreatives und innovatives Konzept für die Heranführung von Kindern und Jugendlichen an die Themen Programmierung und KI eingereicht und wird aus diesem Grund stellvertretend für das bemerkenswerte Engagement vieler kleiner Bibliotheken von der Jury lobenswert erwähnt.

Auszüge aus meiner Laudatio

Dieses Jahr ist für die Bibliotheken im Freistaat von besonderer Bedeutung. Nicht nur einmal, sondern gleich zweimal wird eine sächsische Bibliothek mit einem Bibliothekspreis ausgezeichnet. Ende Oktober wurde die Städtischen Bibliotheken Dresden als nationale „Bibliothek des Jahres 2025“ ausgezeichnet. Und nun sind wir hier in Freiberg und vergeben den Sächsischen Bibliothekspreis 2025.

Wie Sie bestimmt wissen, gibt es in Sachsen 4 Universitätsbibliotheken. Sortiert nach dem Bestand führt die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek als sächsisches Flaggschiff die Liste an. Mit Abstand folgen die Universitätsbibliotheken in Leipzig und Chemnitz. Die kleinste dieser vier ist diese Universitätsbibliothek hier in Freiberg. Und jetzt komme ich zu einem bemerkenswerten Punkt: Als kleinste, sächsische Universitätsbibliothek hat es die „Georgius Agricola“, aus dem Windschatten der Bibliotheken in Leipzig, Chemnitz und Dresden zu segeln. Mit ihrem innovativen und zukunftsweisenden Projekt haben Sie das sächsische Flaggschiff, die SLUB, mühelos in den Schatten gestellt. Eine bemerkenswerte Leistung!

Bibliotheken sind schon seit jeher Räume, in denen Innovation großgeschrieben wird. Die Städtischen Bibliotheken Dresden wurden aufgrund ihres umfassenden innovativen Konzeptes ausgezeichnet. Auch die Stadtbibliothek in Chemnitz hat sich mit der Einrichtung eines Maker Space mit 3D-Drucker und Laser-Cutter der Innovation verschrieben. Bibliotheken sind aber auch selbst Innovationen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in der Stadt Großenhain die erste öffentliche Bibliothek eröffnet. Zu dieser Zeit war das ein innovatives Vorhaben und Großenhain wurde zum Vorreiter für einen wichtigen Teil des Bibliothekswesens. „Sachsen ist Bibliotheksland“ – das ist nicht anmaßend, sondern die Beschreibung einer Entwicklung, die sich auch in aktuellen Zahlen niederschlägt. Im Sachsen sind Bibliotheken nachweislich die besucherstärksten Kultureinrichtungen. 2024 haben 5,5 Millionen Menschen im Freistaat Bibliotheken aufgesucht.

Diese Beispiele zeigen aber, dass die Messlatte für Innovationen im sächsischen Bibliothekswesen außerordentlich hoch liegt.

Die Auszeichnung der Universitätsbibliothek Freiberg mit dem Sächsischen Bibliothekspreis ist nicht nur eine Auszeichnung, sondern ein wertvolles Gütesiegel für Ihre Arbeit.

Lars Rohwer

Das Projekt „ALIMA Train-the-Trainer“ markiert einen wichtigen Schritt von der experimentellen Nutzung zur nachhaltigen Verankerung künstlicher Intelligenz im bibliothekarischen Alltag. Zentral ist die automatisierte Sacherschließung mit Large Language Models. Durch diesen zielgerichteten Einsatz künstlicher Intelligenz wird es möglich, den individuellen Basisdatensatz durch Sachinformationen zu erweitern.

Dass Digitalisierung zu einem tragenden Fundament unserer Gesellschaft geworden ist, sehen wir auch in der Bundespolitik. Seit dieser Legislaturperiode gibt es nicht nur ein Digitalministerium, dass mit Carsten Wildberger einen herausragenden Ressortleiter bekommen hat. Zudem wird eine „Digitale Kompetenzoffensive“ erarbeitet.

Die enge Verzahnung von Forschung und praktischer Umsetzung ist ein wichtiger Hebel, um einer sich stetig wandelnden Welt angemessen reagieren zu können. Ihr Projekt ist ein Leuchtturm für praxisnahe Forschung. Lassen Sie mich kurz auf zwei weitere Beispiele eingehen.

Das Projekt "ALIMA Train-the-Trainer" wurde an der TU Bergakademie Freiberg entwickelt und praktisch umgesetzt. Innovativ ist dabei nicht nur die Entwicklung eines Modells, das zur Erleichterung der Abläufe im Bibliotheksalltag beiträgt. Herausragend ist das sorgfältig durchdachte Schulungs- und Train-the-Trainer-Konzept sowie die konsequente Sicherstellung von Datensouveränität. Zudem wurde das Konzept nicht nur maßgeschneidert für die Bibliothek Freiberg entwickelt, sondern zugleich so gestaltet, dass es sich auf weitere wissenschaftliche und öffentliche Bibliotheken übertragen lässt.

Die Verwendung für Bibliotheken unterschiedlicher Größe und Sparte wurde nicht nur mitgedacht, sondern wird zukünftig auch umgesetzt werden können. Damit haben Sie besonders den eher benachteiligten öffentlichen Bibliotheken im ländlichen Raum einen großen Dienst erwiesen.

Das Projekt „ALIMA-Train-the-Trainer“ ist ein Meilenstein auf dem Weg der digitalen Transformation und ein beispielhafter Schritt, um mit der Entwicklung unserer Zeit nicht nur Schritt zu halten, sondern sie aktiv mitzugestalten. Sie begegnen den Herausforderungen unserer sich stets wandelnden Welt mit Offenheit, Forschungsstärke und Innovationskraft. Damit beweisen Sie, die Mitarbeitenden an diesem herausragenden Projekt der Universitätsbibliothek Freiberg: Wer den Puls der Zeit spürt, setzt Impulse, die auch künftig Orientierung geben werden. Diesen Impuls haben Sie für das Bibliothekswesen gegeben und damit zugleich einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg der Digitalisierung unserer Gesellschaft gesetzt.