2026 05 26 Dorf Liebe Eschdorf II

In der Pfingstwoche unterwegs zwischen Eschdorf, Wachau, Radeberg und Dresden

verfasst am 30.05.2026
MV Saechsischer Bibliotheksverband 2026 I

Meine erste Mitgliederversammlung als Vorsitzender des Sächsischen Bibliotheksverbandes

Am Dienstag durfte ich erstmals die Mitgliederversammlung des Bibliotheksverbandes Sachsen in Präsenz leiten. Gastgeberin war die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden, deren Direktorin Katrin Stump an diesen besonderen Ort eingeladen hatte. Die beeindruckende Atmosphäre der Bibliothek bot den passenden Rahmen für Gespräche über die wichtige Rolle von Bibliotheken in unserer Gesellschaft.

Die vergangenen 10 Monate als Vorstandsvorsitzender haben mir gezeigt, wie vielfältig und bedeutend die Arbeit der Bibliotheken im Freistaat Sachsen ist. Immer wieder beeindruckt mich das große Engagement der Menschen, die sich mit viel Fachwissen, und Leidenschaft für Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen.

Ich freue mich sehr auf die kommenden Begegnungen und Veranstaltungen im gesamten Freistaat - sei es bei Lesungen, dem Buchsommer, dem Sächsischen Bibliothekspreis oder vielen weiteren Projekten, die das kulturelle Leben in Sachsen bereichern.

I 2026 05 28 Deutsches Hygiene Museum mit PP Plern

Freiheit. Eine unvollendete Geschichte

Gemeinsam mit US-amerikanischen Stipendiaten und meiner Schülerpraktikantin Mirella besuchte ich die Ausstellung "Freiheit. Eine unvollendete Geschichte" im Deutschen Hygiene-Museum Dresden. Sie zeigt, wie unterschiedlich und mitunter widersprüchlich Freiheit heute verstanden wird. Besonders die Verknüpfung aktueller gesellschaftlicher Debatten mit den Freiheitsbewegungen seit dem 18. Jahrhundert (besonders Polen, Tschechien und Ostdeutschland) inspirierte sowohl die jungen Menschen als auch mich. Mit einem eindrucksvollen Überblick über die tägliche Bedeutung von Frieden, Freiheit und Demokratie gingen wir mit den beiden Museumsleiterinnen ins Gespräch. Ein herzlicher Dank für die Zeit und das Engagement, dass sich die beiden für diesen anschließenden Austausch im wunderbar gestalteten Innenhof des Hygienemuseums eingeräumt haben.

2026 05 29 Dorf Liebe Wachau III

"DorfLiebe" für Eschdorf und Wachau

Bei der "DorfLiebe"-Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Eschdorf diskutierte ich den zweiten Strukturwandel in der Lausitz und die Chancen neuer Zukunftsindustrien für den Wirtschaftsstandort Sachsen. Mit Blick auf die Halbleiterproduktion im Dresdner Norden sprach ich mit Bürgerinnen und Bürgern auch über den Ausbau des Industriestandorts Sachsen und den dafür notwendigen Blick auf dessen infrastrukturellen Anforderungen. Einmal mehr habe ich betont, dass wir offen gegenüber neuen Entwicklungen sein müssen: Alles, was wir ignorieren, überholt uns irgendwann. Innovation und Nachhaltigkeit sind dabei keine Gegensätze, sondern müssen als gemeinsame Chance für eine nachhaltige und leistungsstarke Wirtschaft verstanden werden.

Für mich ist die Gemeinde Wachau ein sehr gutes Beispiel für eine funktionierende Dorfgemeinschaft: Trotz dezentraler Struktur und räumlicher Trennung der Ortschaften durch die Autobahn steht die Gemeinde mit ihrem Hauptort Wachau als starke Einheit zusammen. Bei der "DorfLiebe" Veranstaltung in Wachau tauschte ich mich zu kommunalem Engagement und regionaler Zusammenarbeit aus. Wichtige Einblicke in die Gemeindepolitik trugen Veit Künzelmann (Bürgermeister der Gemeinde Wachau) und Frank Eisold (Bürgermeister der Gemeinde Arnsdorf) bei. Von geplanten Windkraftanlagen, dem Verlauf der 50Hertz-Trasse durch das Seifersdorfer Tal und der zunehmenden Bedeutung von Biogasanlagen spannte sich ein Bogen bis zur praktischen Anwendung aktueller Gewerbesteuerrichtlinien.

Nach den "DorfLiebe"-Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinden Eschdorf und Wachau wurde mir einmal mehr bewusst, wie wichtig der direkte Kontakt zwischen Bundespolitik und Kommunen bleibt. Gerade im großen Wahlkreis 159 ist eine wichtige Herausforderung, nah an den Menschen und ihren Anliegen zu bleiben. Denn politische Entscheidungen aus Berlin können nur dann erfolgreich sein, wenn sie vor Ort praktikabel umgesetzt werden können.

"Alles, was in Berlin entschieden wird, muss am Ende lokal funktionieren. Sonst erleiden bundespolitische Vorhaben schnell Schiffbruch."

Lars Rohwer
2026 05 26 Dorf Liebe Eschdorf I
U25 Austausch Schloss Klippenstein

"Was ist mit uns, Herr Rohwer?" - Austausch mit jungen Menschen unter 25 Jahren

Am Freitagabend stellte ich mich auf Schloss Klippenstein in Radeberg den Fragen junger, politisch engagierter Menschen. Organisiert und moderiert von meinem einstigen Projektpraktikanten Mika Quaitsch bot sich die Gelegenheit, offen über aktuelle politische und gesellschaftliche Themen zu diskutieren.

Im Mittelpunkt standen dabei Fragen, die viele junge Menschen unmittelbar beschäftigen - von Kultur und sozialer Absicherung bis hin zu Migration und Fachkräftemangel. Thematisiert wurde gleich zu Beginn das Aus des Kulturpasses, der im Bundestag nicht die notwendige Unterstützung erhalten hat. In diesem Zusammenhang wies ich auf die Möglichkeit hin, politische Anliegen über eine Petition beim Deutschen Bundestag einzubringen. Anders als auf offenen Internetplattformen werden Petitionen dort bei Einhaltung der formalen Kriterien offiziell behandelt und mindestens schriftlich beantwortet. Erreichen sie ausreichend Unterstützung (beispielsweise 30.000 Unterschriften in 6 Wochen), dann können sie zudem öffentlich im Petitionsausschuss beraten werden.

Darüber hinaus entwickelte sich ein intensiver Austausch zu weiteren politischen Themen wie Cannabis, der Zukunft der Gesundheits- und Rentenversicherung, Fragen der Vermögens- und Erbschaftssteuer sowie den Herausforderungen von Migration und Fachkräftemangel. Mich beeindruckten die präzisen ausgearbeiteten Fragen der jungen Menschen und die Hartnäckigkeit, mit der sie mir Nachfragen stellten.