Wochenrueckblick 2026 09 18

Innovative Fassadendämmung, SED-Aufarbeitung und Leseförderung - meine Woche im Rückblick

verfasst am 19.09.2026
Aktiv DHKS

Dämmen und Kühlen - Aktiv DHKS

Bezahlbares Wohnen und Klimaschutz sollten keine Gegensätze sein. Am Montag durfte ich mir die Vorstellung des Projekts AktivDHKS durch die TU Dresden in Dresden-Naußlitz anschauen. AktivDHKS ist ein fassadenintegriertes Dämm-, Heiz- und Kühlsystem, das am Institut für Bauklimatik der Technischen Universität Dresden entwickelt wurde. Der Ansatz ist beeindruckend: In die Fassade werden Leitungen integriert, durch die eine mit Erdwärme (Geothermie) gespeiste Flüssigkeit zirkuliert, sodass die Außenwand nicht nur gedämmt, sondern zugleich beheizt oder gekühlt werden kann. Die Dämmung selbst wird von einem neu entwickelten Befestigungssystem des Dübelherstellers Fischer sicher in Position gehalten, welches bewusst einen schmalen Luftspalt zwischen Dämmung und bestehender Hauswand belässt. Das Entscheidende für die Menschen: Weil die gesamte energetische Modernisierung von außen über die Fassade erfolgt, lässt sich auch der Altbestand energetisch sanieren, ohne dass die Mieterinnen und Mieter dafür ausziehen müssen. Genau daran scheitern aufwendige Sanierungen in der Praxis allzu oft, am hohen Aufwand und an der Belastung für die Bewohner. Solche innovativen Lösungen brauchen wir mehr, um energetische Renovierungen bezahlbar zu halten und die Wärmewende sozialverträglich zu gestalten. Und es macht mich stolz, dass eine so zukunftsweisende Idee direkt bei uns in Dresden entsteht und jetzt in der Praxis getestet wird.

SED Opf B Dt BT in Dresden

Die SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag in Dresden

In dieser Woche habe ich gemeinsam mit der SED-Opferbeauftragten beim Deutschen Bundestag, Evelyn Zupke, wichtige Orte der Erinnerung und Aufarbeitung in meinem Wahlkreis besucht. In der Gedenkstätte Bautzner Straße haben wir gemeinsam mit der Leiterin Uljana Sieber die Ausstellung besichtigt und uns über die Arbeit der Gedenkstätte ausgetauscht, zu der auch der frühere sowjetische Haftkeller gehört. Anschließend besuchten wir das Stasi-Unterlagenarchiv Dresden. Das Archiv ist eine wichtige Anlaufstelle für alle, die mehr über das Schicksal ihrer Angehörigen zu DDR-Zeiten erfahren möchten. Beeindruckt hat mich, dass die Nachfrage noch heute hoch ist und das digitale Recherchesystem immer stärker genutzt wird. Gerade dieser niedrigschwellige Zugang zur eigenen Familiengeschichte ist ein wichtiger Baustein, damit die SED-Diktatur nicht in Vergessenheit gerät. Es darf keinen Schlussstrich geben, die Akten müssen offen bleiben. Am Abend ging es in der Dreikönigskirche um die Frage, welche Bedeutung die DDR-Erfahrungen für unseren Blick auf das heutige Belarus haben. Bei der gemeinsam mit dem EAK Sachsen und Libereco veranstalteten Podiumsdiskussion diskutierte ich mit Evelyn Zupke, der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dr. Nancy Aris und einer belarussischen Exil-Journalistin. Wir sprachen über Parallelen zwischen der SED-Diktatur und der heutigen Repression in Belarus, die Erfahrungen politischer Gefangener und Dissidenten sowie die Frage, was Erinnerungskultur und Aufarbeitung für den Schutz von Menschenrechten und Demokratie leisten können. Moderiert wurde die Runde von Natalija Bock.

Garnisonskirche St Martin Dresden

Ein Tag - Zwei Kirchen: Heilandskirche Dresden-Cotta und Garnisonskirche St. Martin

Ein weiterer Termin führte mich zur Heilandskirche in Dresden-Cotta. Dort habe ich mich über die notwendige Sanierung der historischen Jehmlich-Orgel informiert. Nachdem die Heilandskirche zwischen 2019 und 2020 umfassend im Innenraum saniert wurde, geht es nun darum, auch die Orgel als wichtigen Teil des Kulturdenkmals zu erhalten.

Anschließend besuchte ich die Garnisonkirche St. Martin an der Stauffenbergallee in Dresden und informierte mich über die geplante zukünftige Nutzung des Gebäudes. Die ehemalige Garnisonkirche ist als Simultankirche für evangelische und katholische Soldaten errichtet worden. Heute wird der katholische Teil von der Gemeinde St. Franziskus-Xaverius und der Militärseelsorge genutzt. Für den nicht mehr sakral genutzten evangelischen Teil sind neue Nutzungsmöglichkeiten vorgesehen. Dabei gilt es, den denkmalgeschützten Charakter des Gebäudes mit einer zukunftsfähigen und würdevollen Nutzung zu verbinden.

Auf einen Kaffee DD Klotzsche

"Auf einen Kaffee" in Dresden-Klotzsche

Bürgernähe lebt vom direkten Gespräch. Am Donnerstagabend war ich mit meinem Format "Auf einen Kaffee" in Klotzsche. Die Idee dahinter ist ganz einfach: Wir bauen einen Stand auf, es gibt Kaffee, und alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, vorbeizukommen und das Gespräch mit mir zu suchen. Ob große Politik oder kleine Anliegen vor der eigenen Haustür, hier ist Platz für alles. Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Ausgabe: Am 28. September 2026 bin ich mit "Auf einen Kaffee" in Söbrigen am Brunnen auf dem Dorfplatz. Kommen Sie gerne vorbei!

Ki Lian Loebau Kultusminister Clemens

Leseförderung, die Kinder begeistert

Bildung ist in Sachsen ein zentrales Thema, und Bibliotheken spielen dabei oft eine unterschätzte Rolle. Gemeinsam mit Kultusminister Conrad Clemens war ich in meiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des Sächsischen Bibliotheksverbandes in der Stadtbibliothek Löbau zu Gast. Im Mittelpunkt stand das Projekt KiLian - Kinderliteratur anders, das Kinder auf kreative Weise für Bücher und Geschichten begeistert. Dabei werden aktuelle Kinderbücher durch Theater, Puppenspiel, Musik und andere künstlerische Formate unmittelbar in den Bibliotheken erlebbar. Seit dem Start im Jahr 2012 hat KiLian bereits zehntausende Kinder und Jugendliche erreicht.

Christian Weise Bibliothek Zittau

Deutscher Lesepreis für die Christian-Weise-Bibliothek Zittau

Besonders freut mich, dass die Christian-Weise-Bibliothek Zittau den Deutschen Lesepreis 2026 gewonnen hat. Meine herzlichen Glückwünsche! Bei einem Besuch vor Ort habe ich mir die Bibliothek angeschaut und darüber gesprochen, wie wichtig diese Einrichtungen gerade in ländlichen Regionen sind. Ein besonders schönes Beispiel ist die Fahrbibliothek im Landkreis Görlitz, die von der Kultur- und Weiterbildungs GmbH (KuWeit) organisiert und betrieben wird. Sie bringt Bücher, Filme und Spiele direkt zu den Menschen und ist damit eine wichtige Möglichkeit der Weiterbildung, gerade auch für bildungsferne Familien. Für Kinder und Jugendliche schafft sie einen unkomplizierten Zugang zu Medien und weckt früh Freude am Lesen. Solche Angebote im ländlichen Raum zu erhalten und zu stärken, bleibt eine wichtige Aufgabe.

680 Jahre Kleinroehrsdorf

680 Jahre Kleinröhrsdorf - Herzlichen Glückwunsch!

Zum Abschluss der Woche war ich auf dem Dorffest in Kleinröhrsdorf anlässlich des 680jährigen Jubiläums der Ortschaft von Großröhrsdorf. Feuerwehr, Sportverein und Spielmannszug haben zusammen mit der Kirchgemeinde ein wunderbares Fest organisiert. Besucher sind das gesamte Wochenende gern gesehen.