4 Ppp Nl Washington

Mein parlamentarisches Patenkind berichtet aus Washington D.C.

CBYX Civic Education Workshop in Washington D.C.

Ein Teil des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms ist der einwöchige Civic Education Workshop (CEW), der jedes Jahr für alle Stipendiaten in Washington D.C. stattfindet. Ziel ist es, uns die Gelegenheit zu geben, die verschiedenen Regierungszweige sowie das Politiksystem der USA einmal hautnah zu erleben und zu erkunden. Mit einer Reihe von Workshops, Gesprächen mit Politikern und Diplomaten sowie Ausflügen in der US-Amerikanischen Hauptstadt, wurde uns dies ermöglicht. Für mich war die Woche unglaublich spannend, lehrreich und ein unvergesslicher Teil meines Auslandsjahres. Daher möchte ich an dieser Stelle gern einige meiner Eindrücke teilen. #NadiainMinnesota

Montag, der 15. Dezember 2025

Nachdem am Vortag alle Stipendiaten aus den verschiedensten Bundesstaaten angereist waren, war heute der erste vollständige Tag des Workshops. Am Vorabend hatten wir bereits einen Workshop zum Thema Leadership besucht. Nach dem Frühstück fuhren wir heute mit dem Bus zum Capitol Hill. Schon auf dem Weg dorthin konnten wir zahlreiche Ministerien und Museen sehen. Am Capitol Hill angekommen, gaben uns unsere Gruppenleiter in Vorbereitung auf Mittwoch einen Überblick über alle Gebäude. Auch dem Visitor Center statteten wir einen Besuch ab und besuchten das Museum über die Geschichte des Kongresses. Anschließend ging es in das National Museum of American History, wo wir uns sowohl eine Ausstellung über die Geschichte der Demokratie ansahen, als auch Mittag aßen. Gleich danach fuhren wir weiter zu den Nationalen Archiven der USA. Dort erhielten wir die einzigartige Möglichkeit, die wichtigsten Dokumente der amerikanischen Geschichte zu sehen. So betrachteten wir beispielsweise alle die echte U.S.- Constitution, die Declaration of Independence und die Bill of Rights. Den Nachmittag verbrachten wir in den Konferenzräumen von American Councils (den Organisatoren der Woche), wo wir ein Seminar zum Thema Entrepreneurship hatten. Abendessen gab es in einem Sports Pub in der Nähe des Hotels. Danach ging es noch einmal in die Innenstadt, wo wir das Weiße Haus sowie den großen Weihnachtsbaum bestaunten. Um den großen Baum herum gab es je einen kleinen Baum aus jedem der 50 Staaten, dekoriert von Grundschülern. Dann ging es zurück zum Hotel, wo wir alle erst einmal die vielen Eindrücke des Tages zu verarbeiten hatten.

Dienstag, der 16. Dezember 2025

Als erster Programmpunkt des Tages, brachten die Busse uns heute zum U.S. Department of State, welches für die Exchange Visitor Programme zuständig ist. In einem großen Saal begrüßten uns zuerst Organisatoren des CBYX und erzählten uns etwas über die Wichtigkeit von interkulturellem Austausch. Anschließend teilte man uns in Gruppen auf, in welchen wir gemeinsam mit echten Diplomaten eine Krise im Ozean simulierten und versuchten, Lösungen zu finden. Das war sehr spannend, da wir ihnen sehr viele Fragen stellen konnten. Zum Schluss gab es noch eine offene Fragerunde zur Deutsch- Amerikanischen Beziehung mit einem Angestellten der Deutschen Botschaft sowie einer Diplomatin des U.S. Department of State. Auch das war sehr interessant. Mittagessen hatten wir im Food Court des Ronald Reagan Buildings. Den Nachmittag verbrachten dann alle draußen, da wir die Gedenkstätten für Thomas Jefferson, Abraham Lincoln sowie Martin Luther King besuchten. Sehr beeindruckend war es, zu sehen, wie geschichtsträchtig die Stadt ist. Außerdem bereitete man uns intensiv auf den nächsten Tag vor, an welchem wir uns mit Politikern unserer jeweiligen Bundesstaaten treffen sollten. Abendessen gab es in der Pentagon City Mall, die fußläufig vom Hotel entfernt lag. Zum Schluss erhielten wir noch unsere individuellen Terminpläne für den darauffolgenden Tag.

Mittwoch, der 17. Dezember 2025

Heute war der wichtigste und herausforderndste Tag des ganzen CEW. Nach dem Frühstück ging es zum Capitol Hill, wo wir unsere nächsten sieben Stunden allein oder in Kleingruppen frei gestalten konnten. Zuerst ging ich gemeinsam mit einer Freundin in das Visitor Center des Kapitols, wo wir mit einem „Pass“ Zutritt zum Zuschauerraum des House of Representatives erhielten. Dort beobachteten wir eine Sitzung von Abgeordneten. Es war eine einzigartige Gelegenheit, von denen es an diesem Tag noch mehrere geben sollte. Als nächstes gingen wir ins Dirksen Senate Office Building, wo wir auf die anderen Stipendiaten aus Minnesota trafen. Gemeinsam hatten wir ein Treffen mit Tina Smith, einer der beiden Senatorinnen unseres Bundesstaats. Kurz darauf hatten wir ein zweites Treffen mit einem Angestellten der Senatorin Amy Klobuchar. Auch dieses Gespräch war hochinteressant. Mittagessen gab es in der Cafeteria der Senatoren. Anschließend besuchten wir das Supreme Court. Nach einer kurzen Ausstellung erhielten wir sogar Zutritt zum Gerichtssaal, wo wir einem interessanten Vortrag über das Gericht zuhörten. Für mich persönlich war es beeindruckend, wie viel Macht allein von den unbesetzten neun Richterstühlen ausging. Nach dem Supreme Court ging es für uns in das Russell Senate Office Building, wo wir einem bestimmten Committee Meeting zuhören wollten. Im Januar 2025 gab es in Washington D.C. einen tragischen Flugzeugabsturz, bei welchem ein Passagierflugzeug mit einem Armeehubschrauber kollidierte und über 60 Menschen starben. Im Rahmen der „One Big Beautiful Bill“ hatte die Bundesluftfahrtbehörde zuvor finanzielle Mittel erhalten, um die Luftverkehrskontrolle sicherer zu machen. Heute gab es eine kontroverse Anhörung von Bryan Bedford, dem Vorsitz der Behörde, um über den Fortschritt seiner Projekte zu sprechen. Die Anwesenheit von Angehörigen der beim Unglück Verstorbenen betonte die Bedeutung dieses Committee Meetings. Danach waren die sieben Stunden am Capitol Hill auch schon wieder vorbei. Nach dem Abendessen in einem Restaurant gab es als Abschluss der Woche noch einen Besuch im Ford’s Theater, wo wir die Vorstellung von Charles Dickens „A Christmas Carol“ ansahen. Diese Woche war eine ganz besondere Erfahrung, von der ich nie erwartet hätte, sie einmal in meinem Leben zu machen. Ich bin sehr dankbar für alle Möglichkeiten, die mir dieses Stipendium eröffnet und habe die Zeit in Washington D.C. sehr genossen. Die vielen Eindrücke werde ich in den nächsten Monaten erst einmal richtig verarbeiten müssen. Und damit ist auch schon die Hälfte meines Auslandsjahres in den USA vorbei.