Im Einsatz für Menschenrechte und politische Gefangene in Belarus - 30 Jahre "Viasna"
Am 26. April 1996 wurde die belarusische Menschenrechtsorganisation Viasna (deutsch: "Frühling") von dem heutigen Nobelpreisträger Ales Bialiatski gegründet. Anlass waren Massenproteste gegen das autoritäre System in Belarus, bei denen viele Menschen verhaftet wurden. Die Organisation unterstützte zunächst die politischen Gefangenen und ihre Familien. Heute gehört Viasna zu den wichtigsten NGOs des Landes.
Regelmäßig veröffentlicht "Viasna" Berichte zur Lage der Menschenrechte in Belarus und die Situation im Land verändert sich kaum: Die Menschenrechtslage ist und bleibt angespannt. Staatliche Repressionen gegen Oppositionelle, Aktivisten, Journalisten und Demonstrierende dauern unverändert an, ohne Anzeichen für Besserung. Das Ausmaß der Unterdrückung entspricht dem der Vorjahre. Die Zahl politischer Gefangener ist ähnlich der von 2022. Repressionsmaßnahmen werden konsequent fortgesetzt und ausgeweitet. Das belarusische Regime beteiligt sich weiterhin am russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, hebt verfassungsrechtliche Garantien zur Neutralität und Atomwaffenfreiheit auf und hält weiter an Folter und Misshandlungen fest.
Mit der Inhaftierung eines evangelischen Pfarrers hat das belarusische Regime einen neuen moralischen Tiefpunkt erreicht.